Die geborenen Marketing-Experten: 9 Dinge, die du von Kindern lernen kannst

Kinder sind auf ihre eigene Art und Weise echte Genies. Wenn du selbst welche hast – oder zumindest öfter mit ihnen zu tun hast – wirst du mir vermutlich zustimmen, oder? Zugegeben, sie können echte Nervensägen sein. Aber wir können auch eine ganze Menge von ihnen lernen. Zum Beispiel, dass Marketing eigentlich „kinderleicht“ ist. Das glaubst du nicht? Dann solltest du diesen Artikel unbedingt lesen.

Wie viele andere Eltern auch verbringe ich aus bekannten Gründen gerade soviel Zeit mit meinen Kindern, wie sonst kaum. Was einerseits ungewohnt und durchaus herausfordernd ist, ist andererseits auch echt faszinierend. Ich erlebe und beobachte meine Mädels momentan so intensiv, wie schon lange nicht mehr. Und dabei ist mir eines klar geworden: Ich habe es mit zwei geborenen Marketing-Profis zu tun. Das, was ich in der Theorie über erfolgreiches Marketing gelernt habe und in der Praxis meinen KundInnen zu vermitteln versuche, wurde meinen Kindern offensichtlich in die Wiege gelegt. Sie wenden es wie selbstverständlich an, ohne in Wahrheit auch nur die geringste Ahnung von der Materie zu haben. 

Was mich zu dieser Erkenntnis gebracht hat? Ich erkläre es dir. Anhand der 9 Dinge, die du von Kindern für dein Marketing lernen kannst.

1. Kinder sind authentisch

Kinder sind unglaublich echt und ehrlich. Sie verstellen sich nicht: Wenn sie Hunger haben, essen sie – auch, wenn es gerade vor 20 Minuten Mittagessen gab. Wenn sie müde sind, schlafen sie ein – egal, wo, in welcher Haltung oder was sich gerade rundherum abspielt. Wenn sie traurig sind, weinen sie und wenn sie sich ärgern, dann … ja, dann ärgern sie sich – und wie. Ihre Authentizität kann uns Eltern schon mal in peinliche Situationen bringen. Zum Beispiel, wenn sie mitten im Supermarkt einen bühnenreifen Trotzanfall haben oder den Nachbarn ungeniert fragen, warum er eigentlich so dick ist. Trotzdem ist diese Ehrlichkeit etwas ganz Wunderbares - oder glaubst du, dass irgendjemand einem Kind deswegen tatsächlich böse ist? 

Und das gilt auch fürs Marketing: In Zeiten, wo es Angebote, Produkte und Dienstleistungen im Überfluss gibt, macht ein authentischer Auftritt den entscheidenden Unterschied aus. Ich gehe sogar einen Schritt weiter und sage: Authentizität ist der USP von heute. Denn eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten und ein authentischer Auftritt in der Kommunikation bringt weit mehr Erfolg, als das zehnte gleiche, langweilige Werbeversprechen. Dass das nicht bei jedem gleich gut ankommt, ist klar – aber wer will es schon allen recht machen?

2. Kinder haben Ziele

Kinder wissen ganz genau, was sie wollen – ihre kleine Welt ist voller Wünsche und Ziele. Mal überschaubare, wie die Schokolade aus dem Süßigkeitenschrank zu stibitzen, den höchsten Lego-Turm zu bauen oder die tolle Puppe aus dem Spielzeuggeschäft zu bekommen. Und mal legen sie sich die Latte ganz schön hoch, weil sie zum Beispiel Astronaut werden wollen oder „alle Tiere auf der ganzen Welt“ streicheln wollen. Aber egal, wie das Ziel auch ausschaut – Kinder glauben fest daran und tun alles in ihrer (überschaubaren) Macht stehende, um es zu erreichen. Und manchmal stellen sie auch fest, dass sie vielleicht doch einen anderen Weg einschlagen wollen.

Davon kannst du dir auch in Sachen Marketing eine Scheibe abschneiden. Denn auch ohne Unmengen an zeitlichen und finanziellen Ressourcen kannst du deine Marketing-Ziele erreichen. Du musst sie nur kennen und für dich realistisch definieren. Und erst wenn du weißt, was du wirklich erreichen willst (und vor allem auch, was nicht), kannst du deine Strategie effizient danach ausrichten.

3. Kinder legen den Fokus auf das, was sie lieben

Kinder machen das, worauf sie Lust haben. Sie malen, bis ihre Kunstwerke sämtliche Wände zieren, hören ihre Lieblingsmusik in Endlosschleife oder gehen mit Inbrunst in ihrer Rolle als Puppenmutti auf. Wenn Kinder etwas wirklich gern machen, sind sie voller Begeisterung dabei und entwickeln eine unbändige Leidenschaft dafür. Und haben kaum Augen für etwas anderes.

Ein Aspekt, der auch im Marketing eine wesentliche Rolle spielt – denn weniger ist oft mehr. Ein Bauchladen an Angeboten ist nicht nur verwirrend, sondern birgt auch das Risiko, sich zu verzetteln und die Lust zu verlieren. Konzentiere dich stattdessen lieber darauf, was du wirklich gerne machst – und stecke deine gesamte Leidenschaft hinein. Wenn du mit vollem Herzblut bei der Sache bist, wirst du nicht nur immer besser in dem, was du tust, sondern vor allem auch überzeugender.

4. Kinder kennen ihre „Zielgruppe“

Kinder wissen ganz genau, wie sie uns Erwachsene um den Finger wickeln können. Und sie wissen auch, dass das bei Oma anders funktioniert, als bei Mama, und bei Papa anders, als bei Opa. Dementsprechend verhalten sie sich auch bei jedem unterschiedlich und ziehen andere Register. 

Umgelegt auf das Marketing bedeutet das: Sie richten ihre Kommunikation auf ihre Zielgruppe aus. Es ist kein Geheimnis, dass jeder Mensch unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche hat - vor allem auch an Produkte und Dienstleistungen. Um deine Zielgruppe – oder besser noch deine Persona – von dir und deinem Angebot zu überzeugen, musst du darüber Bescheid wissen und deine Kommunikation danach ausrichten. In der jeweils passenden Art und Weise – denn nur so werden deine Botschaften auch ankommen und den gewünschten Erfolg erzielen.

5. Kinder wollen Neues lernen 

Von Geburt an streben Kinder danach, Neues zu lernen. Sie entwickeln so unglaublich viele Fähigkeiten in einem Tempo, das uns Erwachsene nur vor Neid erblassen lässt. Mit unbändigem Wissensdurst saugen sie alles mögliche auf, was es zu lernen, beobachten, entdecken und erforschen gibt. Und wenn man sie lässt, finden sie so auch heraus, wo ihre persönlichen Stärken liegen.

Weiterentwicklung ist auch das Stichwort im Marketing. Was kürzlich noch super funktioniert hat, ist inzwischen vielleicht schon wieder völlig überholt. Denn im modernen, digitalen Zeitalter gibt es praktisch ununterbrochen neue Möglichkeiten, Kanäle, Tools und Strategien. Deshalb kannst du es dir heutzutage kaum mehr leisten, marketingtechnisch auf der Stelle zu treten. Auch wenn es fast unmöglich scheint, sich im immer dichter werdenden Marketing-Dschungel zurechtzufinden – mit den wesentlichsten Trends solltest du dich trotzdem regelmäßig auseinandersetzen. So bleibst du nicht nur am Ball, sondern kannst auch für dich entscheiden, was für dich und dein Marketing am besten passt.

6. Kinder geben nicht auf

Kinder haben ein unglaubliches Durchhaltevermögen. Auch wenn sie noch so oft auf den Hintern (oder die Nase oder sonst wohin) fallen – sie lassen sich von Rückschlägen nicht entmutigen. Wenn sie etwas schaffen wollen, probieren sie es immer und immer wieder, bis sie schließlich Erfolg haben. Oder kennst du ein (gesundes) Kind, das nicht irgendwann mal laufen gelernt hat? Eben.

Diese bewundernswerte Eigenschaft ist auch im Marketing gefragt, denn auch hier wirst du wahrscheinlich immer mal wieder auf die Schnauze fallen. Im Marketing gibt es leider selten ein richtig oder falsch. Die meisten erfolgreichen Strategien sind nicht sofort so erfolgreich, sondern haben einige Versuch-Irrtum-Durchgänge hinter sich. Also mach es wie die Kinder: Lass dich durch Misserfolge nicht abschrecken, sondern bleib dran. Früher oder später wirst du die für dich passende Strategie finden.

7. Kinder zeigen, was sie können

„Schau mal, was ich kann …“ – Kinder wollen ihr Umfeld an ihren Leistungen teilhaben lassen. Da werden Purzelbäume geschlagen, Lieder gesungen oder Zeichnungen hergezeigt. Sie beweisen unheimlich gerne, was sie können – und zelebrieren jeden noch so kleinen Erfolg mit stolzgeschwellter Brust.

Im Marketing ist es nicht anders. Nur zu sagen, dass du gut bist, reicht nicht aus – du musst es auch beweisen. Am besten, indem du es immer und immer wieder zeigst – anhand von Beispielen, auf die du stolz sein kannst. Und glaube mir, davon gibt es sicher genug.

8. Kinder leben Storytelling

Der Boden wird zu glühender Lava, die Nachbarskatze zum wilden Tiger und das Bobby Car zum Formel1-Boliden – Kinder haben eine blühende Phantasie. Aus den banalsten Dingen kreieren sie die unglaublichsten Szenarien und gehen mit Leib und Seele darin auf. 

Genauso funktioniert auch Marketing. Geschichten sind wesentlich spannender, als nüchterne Beschreibungen. Sie wecken Interesse, machen neugierig und bleiben leichter in Erinnerung. Mit Storytelling machst du deine Produkte oder Dienstleistungen erlebbar – auch wenn sie noch so gewöhnlich erscheinen.

9. Kinder wecken Emotionen

Mal sind sie entzückend, mal einfach nur nervig, mal geht einem das Herz auf, mal würde man sie am liebsten auf den Mond schießen. Mit einem Wort: Kinder lösen Gefühle aus. Was dazu führt, dass ihr Umfeld auf irgendeine Art reagiert – manchmal positiv, manchmal negativ. Aber egal wie, Aufmerksamkeit und Gesprächsstoff sind garantiert.

Und das ist der springende Punkt für dein Marketing: Das Beste, was dir passieren kann, ist, wenn du mit deinen Botschaften Emotionen auslöst. Im Idealfall natürlich positive. Aber auch, wenn du polarisierst (und entsprechend damit umgehst), erreichst du etwas Entscheidendes: Dass die Leute auf dich aufmerksam werden und über dich sprechen!

Und? Glaubst du mir jetzt, dass Kinder DAS Paradebeispiel dafür sind, wie Marketing funktioniert? Oder bist du anderer Meinung?

Lass es mich doch wissen – ich freue mich auf dein Kommentar.

Alles Liebe – und bleib gesund,

Birgit